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Kinder Haben Anspruch Auf
Das Schöne!

Von Nelly Mazloum

 

WISSEN (Technik)

Fleiß (Training)

Kreativität (Talent)

Erfahrung (Erfolg)

So stellt sich der Zusammenhang zwischen dem Vermitteln von Werten und der Erfahrung dar.

Wenn das Wissen fehlt, gibt es fur die anderen Eigenschaften nichts, woran sie ansetzen können. Ein Hintergrund echter Werte ist immer eine beruhigende Quelle, aus der man Kraft schöpfen kann. Erfahrung allein reicht nicht aus. Im Tanz muss ein Verständnis für genaue Formulierungen gegeben sein, sonst läuft der Lehrer Gefahr, in Vergessenheit zu geraten und die Schüler im Dunkeln tanzen zu lassen...

Lehrer, die sich ausschließlich auf instinktive Informationen aus zweiter Hand verlassen, besitzen vielleicht einen großen Einfallsreichtum, verfügen jedoch nicht über das intellektuelle Bewußtsein darüber, WIE EIN TÄNZER mit dem Körper DENKEN muss.

Der bewußte Einsatz von Körperenergie in der Bewegung ist etwas völlig anderes als die mechanische Muskelbetätigung im Alltag.

TANZEN IST EINE KUNST

SICH IM LEBEN BEWEGEN IST EINE GEWOHNHEIT

 Personen mit natürlicher Anmut und Charme können in ihren Bewegungen und ihrem Ausdruck im Alltag harmonisch wirken, doch körperlich und geistig unbeholfen steif werden, sobald sie tanzen sollen, unfähig, ihre Reaktionen unter Kontrolle zu halten, was ihr natürliches Gefühl für sie selbst und seinen freien Ausdruck im Tanz völlig außer Kraft setzt.

Ein Tänzer muß lernen, seine Aufmerksamkeit auf jeden einzelnen Körperteil zu lenken und üben, organisch strukturierten Bewegungsmustern zu folgen, ohne auch nur das geringste Detail zu übergehen.

Ein erfahrener Lehrer ist sich bewußt, zu welchen Schwierigkeiten fehlerhafte Anleitungen führen, und weiß, wie im Laufe der Zeit hinderliche Angewohnheiten daraus entstehen, die nach jahrelangem falschen Training kaum mehr auszumerzen sind. Fehler haben die gräßliche Angewohnheit, sich im Nervensystem einzuspeichern und eine Erinnerung zu werden, die eine freie, fließende Ausführung nicht zuläßt. Darum stellt das Unterrichten von Kindern so ungeheuere Anforderungen an den Lehrer. Der Umgang mit dem Körper erfordert großen Sachverstand, vor allem in den frühen Phasen des Lernens.

Für das Unterrichten von Kindern sind völlig andere Ausbildungsmethoden notwendig als für das Unterrichten von Erwachsenen. Der Körper eines Kindes ist wie ein Schwamm, der alles aufsaugt. Die Wirbelsäule ist verformbar und neigt dazu, einen falschen Sinn für Ausgewogenheit anzunehmen, wenn der Lehrer nicht direkt und kontinuierlich auf die Körperhaltung eingeht. Auf ein Kind strömen alle möglichen Eindrücke ein, die von Vorteil aber auch von Nachteil sein können. Aufgrund dieser Tatsache trägt unvermeidlich der Lehrer die volle Verantwortung. Daher muß ein Kind sensibilisiert werden, ein GEFÜHL für korrekte und inkorrekte Haltung entwickeln und sie erkennen lernen. Man sollte ein Kind niemals mit Geringschätzung für Symmetrie, Schönheit und saubere Ausführung von Schritten aufwachsen lassen. Sanfte Disziplin und künstlerisches Verständnis sollten ihm von Anfang an eingeprägt werden. Kinder lernen durch Nachahmung, durch Sehen, Fühlen und Tun. Wenn der Lehrer kein ideales Anschauungsbeispiel für den Unterrichtsstoff ist, wird ein verworrenes Bild vermittelt. Ein Kind spricht stärker auf den physischen Eindruck an, den der Lehrer vermittelt, als auf das, was im Unterricht gesagt wird. Der Körper eines Kindes funktioniert über Reflexe. Koordinierungsübungen sollten in Form einfacher Spiele schon früh eingesetzt werden. Im Training muss das Kind so oft wie möglich sanft und geduldig dazu gebracht werden, fehlerhafte Stellungen der Füße, der Arme und des Oberkörpers zu korrigieren.

Es ist des Lehrers Pflicht, das Kind vor unerwünschten Fehlern zu bewahren, die das kinästhetische Zentrum des Kindes verzerren können, wenn sie nicht aufgedeckt werden. Schimpfen Sie nie mit einem Kind, zeigen Sie einfach den Fehler auf und lassen Sie es langsam üben, bis es perfekt ist. Sorgen Sie dafür, daß die Kinder glücklich sind, fördern Sie ihr Streben nach Anerkennung und ihre Liebe zum Tanz. Sorgen Sie dafür, daß ihnen Ihre Meinung wichtig ist, und loben Sie sie, wenn sie es gut machen. Bleiben Sie unparteiisch, fair und fürsorglich.

Lehrern, die sich auf das Unterrichten von Kindern im Tanzen spezialisieren wollen, sollten immer daran denken, daß die Kultur und die Kunst des Tanzes davon abhängen, mit welcher Hingabe sie selbst wachsen und erblühen. Sie sind die Helden und Heldinnen, die die Tänzer und Tänzerinnen der Zukunft ausbilden und prägen. Von ihrem entschiedenen Willen, Hervorragendes zu leisten, hängt der Fortbestand des Schönen ab!

Ich grüße Euch alle von ganzem Herzen und schicke Euch meine Liebe

Übersetzung aus dem Englischen: Nargis

Copyright ©1999 Nelly Mazloum 

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 Last modified: June,  2007